Mein Einstieg ins Laufen – Stephan

Ziel der Aktion: jeder der mag kann seine persönliche Läufergeschichte aufschreiben, mit Tipps und Tricks spicken, gerne auch angeben ob und wie er sich vernetzen will. Danach an admin @ laufbahn1.de schicken, oder einen Kommentar hinterlassen, ich melde mich danach bei ihm. Anschließend erscheint sein Beitrag hier auf dem Blog. 


Welches war der Auslöser der dich veranlasste mit dem Laufen zu beginnen?

2005 habe ich mit dem Rauchen aufgehört. Damals war ich 37 und eigentlich recht sportlich, dachte ich. Um die Rauchentwöhnung zu unterstützen habe ich beschlossen morgens eine Runde (20 Minuten) zu laufen. Was für eine Qual! Ich habe mir die Lunge rausgehustet, der Puls raste, die Beine brannten. Da wars dann schnell vorbei mit der Lauferei. Das Rauchen habe ich aber dennoch nicht wieder angefangen 😉

2 Jahre drauf bin ich dann zum Spass mal neben meiner walkenden besten Hälfte her getrabt - ohne es zu wissen habe ich mich so zum langsamen Laufen gezwungen. Damit nahm dann auch meine zweite Läuferkarriere ihren Anfang. Neue Laufschuhe mussten her und ich bin vor mich hingezockelt; sicher kein ästhetisches Bild aber für mich in meiner beruflichen Situation damals ein immens wichtiger Ausgleich.

Wie lief es sich danach?

Nach ein paar Wochen und spürbaren Steigerungen kam dann der Mann/das Kind zum Vorschein: eine Laufuhr mit Brustgurt (zunächst noch ohne GPS) wurde angeschafft, Bücher gekauft usw. Die Distanzen haben sich erweitert, die Geschwindigkeiten erhöht und das Laufen wurde zu einem festen Bestandteil meiner Freizeitplanung.
Noch etwas später wurde es sogar zu einem Teil meines Lebens - inzwischen laufe ich auch in der Mittagspause, wenn ich weiß, dass es am Abend nicht klappen wird.
3 Läufe in der Woche versuche ich zu machen und das gelingt auch meistens. Wir verbringen unsere Urlaube meistens in den Alpen und auch dort wird gelaufen. Da kommen viele Höhenmeter in dünner Luft zustande 😉

Ich habe mich auf 10 - 20 km pro Lauf bei 6:00 Min/km eingependelt. Die Gegend hier ist sehr hügelig, so dass ich seit einiger Zeit auch gezielt Bergläufe und Bergintervalle einstreue - vielleicht geht ja in meinem hohen Alter noch was 😉

Gewichtsstatus bei 1,89 m: vor dem Rauchen 75 kg, seitdem konstant 82 kg.

Was meinte dein Umfeld (Familie, Arbeitskollegen) dazu?

Zuerst schüttelte man den Kopf: "noch so ein Bekloppter, der durch den Wald rennt" oder "wärst früher losgelaufen müsstest Du jetzt nicht so rennen" (das auf schwäbisch zu notieren möchte ich niemandem zumuten).
Mein Umfeld hat mir aber nach einigen Wochen mehr Ausgeglichenheit konstatiert.

Was war dein peinlichster Moment?

Mir ist nichts peinlich!

Was war dein glücklichster Moment?

Es gibt viele solcher Momente:
Als meine Ärztin vor zwei Jahren nach einem Lungenfunktionstest meinte, sie würde sich die Kurve gerne an die Wand hängen - so eine gute Kurve habe sie noch nie gesehen. Das ging runter wie Öl.

Als ich das erste Mal die 20 km geknackt habe, da war ich mächtig stolz.

Und dann die vielen kleinen Dinge: wfrisch gefällte Bäume im Wald riechen toll, blühender Bärlauch auch. Das Licht im Mai ist im Wald einfach grandios, ebenso wie im Herbst...

Wenn die Musik zur Stimmung passt ertappe mich manchmal dabei wie ich laut mitsinge und dabei fett grinse.

Merke: Laufen macht glücklich!

Thema Ernährung. Was isst oder trinkst du davor oder danach?

60 Minuten vor dem Lauf ist Schluss mit Essen, sonst gibts Seitenstechen. Davor und danach gibts auch nichts Besonderes, ich achte nicht sehr auf sportkonforme Ernährung sondern verdiene mir meine Schlemmereien durch den Sport. Man könnte sich sicher noch steigern wenn man auf die Ernährung achtet aber mir ist die Balance von Sport und Genuss sehr wichtig 😉

Gibt es Tricks oder Tipps die du Anfängern mit auf ihren Weg geben möchtest? Gab es etwas von dem du später sagen konntest „Hätte ich das nur gewusst?“

Langsam laufen! Und langsam Laufen! Die meisten rennen zu schnell los, wollen sich zu schnell eine zu hohe Pace antrainieren. Lasst es langsam angehen, das ist nachhaltiger!

Teure Laufschuhe sind jeden Cent wert! Holt sie nicht beim Lebensmitteldiscounter im Angebot sondern lasst Euch beraten und schaut nicht auf den Euro. Es geht um Eure Gesundheit!

Und haltet Euch eine Stande nach dem Lauf von anderen Leuten fern. Ok, das ist zu krass formuliert, aber man kennt das open-window-Syndrom, bei dem einige Zeit nach körperlicher Anstrengung der Körper für Krankheitserreger anfällig ist. Als ich das noch nicht beherzigt habe, war ich eine Zeit lang fast jede zweite Woche krank, weil ich mir ständig irgendwo was eingefangen habe.

Thema Kleidung, Schuhe. Ist relativ egal oder „schwörst“ du auf bestimmte Marken?

Funktionskleidung sollte es sein, ist einfach angenehmer! Auch hier nicht auf den Euro achten, Markensachen halten länger und riechen auch weniger schlecht 😉

Schuhe: Ich habe irgendwann die Asics Nimbus als "meinen" Schuh entdeckt. Daneben habe ich immer noch einen sehr leichten Schuh. Beide Schuhe laufe ich abwechselnd, wobei ich die leichten nicht bei Läufen > 12 km verwende.
Etwa alle 1000 km wird ein Paar Laufschuhe dann ausgemustert.

Fast so wichtig wie das Schuhwerk ist mir das technische Equipment: GPS-Uhr muss sein (inzwischen eine Garmin Fenix 3), Podcasts oder Musik bringt mir ein altes iPhone mit Bluetooth-Kopfhörern aufs Ohr.

Möglichkeit zu vernetzten?

Ich habe letztens mal Garmin Connect ausprobiert, das gefällt ganz gut. Dort heiße ich y3kde, ebenso wie auf Twitter.
Meine Läufe und anderen sportlichen Aktivitäten habe ich auf meiner Homepage (http://aufsfeld.de) im Projekt Sportblog dokumentiert. Da kommt dann wieder das Spielkind raus: Läufe mit GPS aufzeichnen, in ein Sportprogramm (Rubitrack für Mac) importieren, von dort dann mit Python weiterverarbeiten und automatisch auf die Homepage hochladen

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Immer noch nicht bei Massenläufen sondern ungefähr da wo ich jetzt bin. Vielleicht etwas schneller oder weiter. Traillaufen würde mich auch sehr reizen.
Hauptsache der Körper erlaubt einem weiterhin Spaß an der Bewegung zu haben.