Mein Einstieg ins Laufen – O_Jay

Ziel der Aktion: jeder der mag kann seine persönliche Läufergeschichte aufschreiben, mit Tipps und Tricks spicken, gerne auch angeben ob und wie er sich vernetzen will. Danach an admin @ laufbahn1.de schicken, oder einen Kommentar hinterlassen, ich melde mich danach bei ihm. Anschließend erscheint sein Beitrag hier auf dem Blog. 

Welches war der Auslöser der dich veranlasste mit dem Laufen zu beginnen?

Im Frühjahr 2000 war es und ich hatte gerade seit ein paar Monaten mit dem Rauchen aufgehört. Dazu gesellte sich der Umstand, dass ich seit der Jugendfußballzeit sportlich so gar nichts mehr gemacht hatte. Unzufriedenheit mit dem Gewicht, als auch körperliche und mentale Unausgeglichenheit haben mich dann letztlich dazu verleitet, es vielleicht mal mit Joggen zu versuchen. Das ist halt der unkomplizierteste Weg, Sport zu treiben. Nebenbei wohnte ich damals so günstig, dass ich nichts als pure Natur direkt vor der Haustür hatte. Der Beginn war denkbar steinig, der erste durchgelaufene Kilometer ohne Pause schon ein Erfolgserlebnis. Ich hätte mir Jahre davor nie zu (alp)träumen gewagt, mal zu so einem konditionellen Wrack zu mutieren. Die ersten beiden Male lief ich noch zusammen mit unserer damaligen Nachbarin, die sich aber danach Richtung Inline-Skating orientierte. Seitdem bin ich über weite Strecken Einzelkämpfer auf der Laufpiste. 

Wie lief es sich danach?

Das Pensum konnte ich mit zunehmender Regelmäßigkeit dezent steigern, bin aber die ersten Jahre für gewöhnlich selten über 5 bis 7 Kilometer pro Runde hinausgekommen. War auch gar nicht mein Ziel, denn das reichte ja im Prinzip, um einen körperlichen Ausgleich zur beruflichen Schreibtischtäterschaft zu schaffen. Aktuell haben meine Läufe meistens einen Umfang von 10 bis 15 Kilometern. 

Der Wettbewerbstyp bin ich in den 15 Jahren meine Laufbetätigung bisher nicht geworden. Hier steht lediglich der Runner’s Point-Staffellauf auf Schalke in 2009 zu Buche. Liegt wohl auch daran, dass ich das Laufen primär dazu nutze, Abzuschalten und Gedankenschranken zu öffnen. Das geht eben am Besten alleine auf weiter Flur. 

Was meinte dein Umfeld (Familie, Arbeitskollegen) dazu?

Meine Familie nahm es zur Kenntnis. Arbeitskollegen äußerten sich ab und an schon anerkennend, gerade weil sich von denen kaum jemand selbst dazu durchringen konnte.

Was war dein peinlichster Moment?

Peinlich in dem Sinne war mir bisher nichts so wirklich. Aber zweimal habe ich mich grandios verlaufen und musste am Ende viel länger laufen als geplant. Einmal im Dänemark-Urlaub 2003 und das andere Mal im vergangenen Oktober, als ich samstagsmorgens nach einer Odyssee durch Wald und Feld in Gelsenkirchen-Resse rauskam und eine Passantin nach dem ungefähren Weg zurück nach Marl fragen musste. 

Was war dein glücklichster Moment?

Die erste und bisher einzige absolvierte Halbmarathon-Distanz machte mich seinerzeit schon ein wenig stolz. Zumal ich die an diesem Tag gar nicht geplant hatte, es ergab sich einfach. 

Ansonsten sind es die kleinen Dinge die, welche mich wahrhaft glücklich machen. Und die haben meistens mit Natureindrücken zu tun: ein schöner Sonnenaufgang oder –untergang, frischer Schnee, ein plätschernder Bach umsäumt vom satten, frischen Grün des Frühlings, der seltene Moment, in dem ein Fuchs den Weg kreuzt. All diese Sachen machen das Laufen unter freiem Himmel erst so richtig wertvoll. Fitnessstudio? Never.  

Thema Ernährung. Was isst oder trinkst du davor oder danach?

Bei morgendlichen Läufen (also in der Regel samstags) gib es vorher nur ein Glas Wasser. Wenn ich nachmittags oder abends laufe, achte ich darauf, zwei Stunden vorher nichts zu essen. Einzige Ausnahme: ab und an mal eine Banane vor dem Lauf, falls die letzte Mahlzeit schon sehr lange zurückliegt. 

Gibt es Tricks oder Tipps die du Anfängern mit auf ihren Weg geben möchtest? Gab es etwas von dem du später sagen konntest „Hätte ich das nur gewusst?“

Da ich ja mit einer Ausnahme in 15 Jahren Läuferdasein noch keinen Wettbewerb absolviert habe und bisher auch noch nie nach Trainingsplan gelaufen bin, bin ich ja de facto selbst immer noch Anfänger. Ansonsten: Jack-Russel-Terrier sind der größte natürliche Feind des Läufers!

Thema Kleidung, Schuhe. Ist relativ egal oder „schwörst“ du auf bestimmte Marken?

In meinem Fall gar nicht egal. Als ich 2000 anfing, lief ich in meinen alten adidas Marathon und einem SubPop ‚Loser‘-T-Shirt. Vom Marathon so weit entfernt wie sonstwas, Loser traf es ziemlich gut. 

Die ersten wirklich bewusst gekauften Laufklamotten und damit die erste Funktionskleidung trug dann den Nike-Swoosh, eben weil die im örtlichen Kaufhaus zufällig gerade im Angebot waren. Danach bin ich immer bei Nike geblieben und habe da mittlerweile auch nicht gerade wenig von. Eben doch ein wenig Shopping Queen. Wobei: die ersten Klamotten von damals habe und trage ich immer noch. 
Schuhtechnisch bevorzuge ich fast ausschließlich Modelle von asics, weil ich da irgendwann mal hängen geblieben bin und sehr zufrieden war. Allerdings kaufe ich nur, was im Internet gerade im Angebot ist und möglichst weniger als 50 bis maximal 70 Euro kostet. Da ich dank meine Jugendfußballzeit und den daraus resultierenden O-Beinen ausgeprägter Supinierer bin und die Schuhe außen ziemlich schnell ablaufe, halten die kaum viel länger als 300 km. Und bei diesem Verschleiß dürfen einzelne Paare dann halt nicht übermäßig viel kosten.
Technik-Gedöns darf in modernen Zeiten natürlich auch nicht fehlen. Bis 2007 bin ich gänzlich ohne Technik gelaufen, bis seinerzeit dann die Nike+ iPod nano-Fusion mein Interesse geweckt hatte. Seitdem bin ich auf diesem Sektor ziemlich experimentierfreudig gewesen. Zum Aufzeichnen der Läufe nutze ich aktuell die Garmin Forerunner 220, zuvor waren das die Nike Sportswatch und die Garmin Forerunner 305. Für den richtigen Soundtrack auf den Ohren sorgt ein iPod Shuffle. 

Möglichkeit zu vernetzen?

Gibt es. Auf Twitter: @O_Jay. Auf Strava bin ich unter https://www.strava.com/athletes/4738551 zu finden. 

Ein Laufblog hatte ich mal in 2009. Damals gab es unter der Domain a-long-walk-home.de gesammelte Lach- und Sachgeschichten über die Läufe von einem meiner Freunde und mir. Er Marathoni, ich lediglich Wald- und Wiesenläufer. In den letzten Monaten habe ich des öfteren darüber nachgedacht, etwas Neues ins Leben zu rufen. Es blieb bisher bei einer vor Monaten registrierten Domain (run-n-roll.de) und dem Nachdenken. So ein bisschen ist ja zum Laufen auch bereits alles geschrieben worden, nur halt noch nicht von jedem. Ma kuck’n. 

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Wenn ich in ähnlichem Umfang wie jetzt in relativer Regelmäßigkeit immer noch den einen Fuß vor dem anderen setzen kann, würde mich das schon sehr zufrieden stimmen.  Wenn zwischendurch doch noch überraschenderweise der eine oder andere Wettbewerb absolviert wurde, umso besser.