LAUFEN IST DOCH NICHT GANZ SO EINFACH WIE LÄUFER IMMER BEHAUPTEN

“LAUFEN IST DOCH NICHT GANZ SO EINFACH WIE LÄUFER IMMER BEHAUPTEN”.

Yvonne schreibt über ihre ersten Laufversuche und Frust.

Und noch einmal nachlesen, was die Blogger so schreiben: von anfänglich 3 bis 5 Kilometern ist die Rede. Niemals! Erfahrene Läufer reden ganz selbstverständlich von zig Kilometern pro Lauf. Ich schaffe nicht mal einen einzigen am Stück zu laufen. Je mehr ich mich durch die Blogs gewälzt habe umso frustrierter wurde ich. Irgendwann wurde mir bewusst: wer ein solches Blog schreibt hat Erfahrung, jede Menge Erfahrung. Die Meisten beginnen nicht nach den ersten Kilometern in ihren Blogs zu schreiben, sondern erst viel später wenn es um Wettkämpfe und das technische Wettrüsten geht.

Für diese Leute sind 2 km nichts, weil sie sich nicht mehr daran erinnern können wie es am Anfang wirklich war. Hinzu kommt das die meisten Läufer keine 100 Kilo mit sich herum schleppen und bereits zu Beginn ihrer Laufkarriere halbwegs fit sind.

Ja, liebe Yvonne es ist schxxxx. Gerade am Anfang, gerade die ersten paar 100 KM. Gerade wenn man paar Kilo zu viel auf den Rippen hat. Gerade wenn man sich nicht traut “öffentlich zu laufen” und nur über Feldwege schleicht und dabei Hasen und Rehe erschreckt. Gerade wenn man nach 50 Meter den Eindruck hat die Lunge explodiert oder das Herz dreht durch. Nein nicht vor Freunde, weil man jetzt fröhlich läuft.

Weil man es nicht gewohnt ist und der innere Schweinehund einen alle 10 Meter anschreit: “Was zum xxx was du hier?? Geht doch nach Hause.” Und du schreist zurück “Leck xxxx!” Und schnaufst weiter.

Aber, auch Zeiten ändern sich. Du merkst “wenn ich auf einer asphaltierten Straße laufe, hupt kein Auto, keine Kinder lachen dämlich, alles gut.” Du merkst “hey, meine Lunge pfeift jetzt erst nach 150 Meter so komisch, früher waren es 50.” Du merkst “wenn ich 100 Meter laufe, 50 Meter gehe danach wieder 100 Meter laufe, ist es doch nicht soo schwer.” Ok, der innere Schweinehund meldet sich jetzt alle 100 Meter: “Was zum xxx was du hier?? Geht doch nach Hause.” Aber du denkst “Danach habe ich mir einen großen Schokopudding verdient!” Und schnaufst ein Stück fröhlicher weiter.

Und irgendwann wird dich jemand fragen: “Na, wann kommt der erste HM?” Und du verfluchst ihn innerlich, wie kann er so etwas überhaupt fragen?? Du stirbst 10000x während 1 KM, und dann 21KM laufen? Am Stück? An einem Tag?? Geh fort!

Aber tief im inneren hat dich die Ehrgeiz gepackt. Ein Ehrgeiz der deinen inneren Schweinehund immer eins überbrät sobald dieser loslegt: “Was zum xxx was du hier?? Geht doch nach Hause.” Ein Ehrgeiz der dich deine Laufstrecke immer länger wachsen lässt, Woche um Woche, erst 500 Meter, 1 KM, 1,5 KM, dann 3, 5. Woche um Woche.

Irgendwann sind es 10Km und du strahlst wie ein AKW. Die anderen verstehen es nicht, sehen es nicht, sehen nicht wie du ganz alleine über Wald und Wiesen läufst. Bei Regen, bei Wind. Ein Blick auf die Uhr und dich nach jeden KM den du länger läufst als geplant freust wie ein kleines Kind. Apropo “Klein” so langsam kannst du dann neue Kleider kaufen. Paar Konfektionsknr. kleiner.

Und irgendwann wirst du deinen 1 HM laufen, innerlich 10000x sterben, aber wenn das Ziel vor den Augen ist, schxxx auf die Schmerzen, Selbstzweifel, denk dir “Homerun” und mach die letzten 100 Meter.

Egal wie deine Laufbahn verläuft liebe Yvonne, meinen Respekt hast du! Schon alleine weil du läufst und deinen inneren Schweinehund besiegt hast.

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